Michael Wachter besteht Prüfung zum 2. Dan

DAN-Prüfungen sind für jeden Karateka der Höhepunkt seiner harten und intensiven Trainingsarbeit. Am 09. April 2016 wagte sich Michael Wachter in Öttingen nach einigen Jahren Prüfungspause während eines Lehrganges wieder unter die Augen der strengen und kritischen Prüfer Fritz Oblinger (7. Dan) und Thomas Brandner (6. Dan), um seine nächste Stufe zum 2. Dan zu erreichen. Michael Wachter, der seit 1988 Karate betreibt und seit 2011 Mitglied der Turnerschaft Kronach ist, hatte seine Prüfung zum 1. Schwarzgurt bereits im Juni 2000 bei Karamitsos/Lowinger in Frankfurt abgelegt. Höchste Zeit sich der neuen Herausforderung zu stellen. Wie bei allen Dan-Prüfungen, galt es, das eigene Können, konditionelle Leistungskraft und herausragendes technisches Niveau punktgenau in der Prüfung zum Ausdruck zu bringen.

Monatelange, intensive Vorbereitung sorgten für die nötige Basis. Feinschliff bei den Techniken, sorgfältig ausgewählte Technikkombinationen zur Darstellung der Kata in Anwendung (Bunkai) und nie nachlassender Leistungswillen sollten sich bezahlt machen. Die Prüfer waren mit vielen Prüflingen unzufrieden und äußerten das nach der Prüfung auch ganz offen. Einige der Prüflinge mussten zerknirscht hinnehmen, dass sie ihre Prüfung nicht bestanden hatten. Michael Wachter aber wurde für sein ausgezeichnetes, technisch versiertes Karate gelobt:

„So muss es aussehen, wenn man überzeugend seine Dan-Prüfung bestehen will“.

 

Als Kata hatte Michael Wachter die „Jitte“ gewählt. Das Vorführen der Kata ist so etwas wie die Krönung jeder Gürtelprüfung im Shotokan Karate, bei der jeder Kämpfer eine fest vorgegebene Abfolge von Kampftechniken und Kombinationen wie in einer Art virtuellem Kampf gegen mehrere Gegner zeigen muss. Angriffe und Abwehrtechniken müssen überzeugend den Verlauf des Kampfes darstellen. „Jitte“ bedeutet dabei im chinesischen eher „Techniken der Gnade“, die Japaner gaben dieser Kata den Namen „Kampf der zehn Hände“. Man erkennt schon am Namen das Niveau und den hohen Anspruch der Kata.

Karate ist als geheime Kampf- und Kriegskunst unter chinesischen Einflüssen auf der japanischen Insel Okinawa entstanden. Karate bedeutet dabei: die leere, unbewaffnete Hand. Die ausgewogene Ausbildung verschiedener Körperteile zu natürlichen Waffen ermöglicht es, die empfindlichen Körperstellen des Gegners durch Fuß- und Fauststöße präzise und mit maximaler Effizienz zu treffen. Es werden aber auch Hebeltechniken, Würfe und Haltetechniken trainiert, die eine gezielte Abwehr solcher Angriffe erlauben.

Damit wird Karate zu einer idealen Sportart für alle, die die allgemeine Schulung der Beweglichkeit mit den Aspekten der Selbstverteidigung verbinden wollen. Karate allein unter dem Gesichtspunkt der Schulung des Körpers zu sehen, würde dieser vielseitigen und anspruchsvollen Sportart jedoch nur zum Teil gerecht werden. Karate fordert auch den Geist durch ein Höchstmaß an Konzentration und mentaler Kontrolle, ohne die die korrekte und verletzungsfreie Übung der Techniken mit dem Partner nicht denkbar ist. Gerade das macht dieses Training auch für Ältere interessant, die einen für Körper und Geist ausgewogenen Sport suchen.

 

Prof. Ulrich Mann, 4.Dan

Turnerschaft Kronach